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Wilhelm „Willi“ Ostermann

Wilhelm „Willi“ Ostermann (* 1. Oktober 1876 in Mülheim am Rhein (heute Köln); † 6. August 1936 in Köln) war einer der populärsten und erfolgreichsten Kölner Liedermacher und Karnevalsschlager-Komponisten, der zahlreiche Texte, Lieder, Krätzchen und Couplets in hochdeutscher Sprache und vor allem in Kölscher Mundart verfasst hat.
1903 heiratete Ostermann Katharina Maria Striebeck. Diese Ehe wurde jedoch wieder geschieden. In den Jahren darauf wurde Ostermann vom Vorsitzenden der Kölner Karnevalsgesellschaft „entdeckt“; dieser regte ihn an, einen Karnevalsschlager für die Session 1906/1907 zu schreiben. Das Ergebnis war das Lied Däm Schmitz sing Frau eß durchgebrannt (Die Frau vom Schmitz ist durchgebrannt), zu dem Ostermann Text und Melodie schuf, und das der Rosenmontagshit 1907 werden sollte. 1908 folgte eine Auszeichnung für das beste Kölner Mundartlied für den Titel Wä hätt dat vun d'r Tant gedaach! (Wer hätte das von der Tante gedacht), zu dem der Schlagerkomponist und Kapellmeister Emil Palm die Musik beigesteuert hatte. In den Folgejahren setzte Ostermann den begonnenen Erfolg fort; er schrieb und komponierte Lieder und Karnevalsschlager und verlegte sie selbst, womit er seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Die meisten Lieder trug er selbst vor, einige Lieder entstanden jedoch auch im Auftrag für andere Vortragskünstler. Inzwischen wurde er von einer Agentur in ganz Deutschland für Auftritte gebucht. Er beschränkte sich also nicht nur auf rein kölsche Mundartlieder, sondern schrieb auch hochdeutsche Schlager, insbesondere Walzer- und Marschlieder mit den gängigen Themen „Rhein“, „Wein“, „Weib“ und „Gesang“.
Gegen Ende der 20er Jahre wurde die wirtschaftliche Lage in Deutschland schlechter; Ostermann musste sich mit weniger Auftritten für weniger Gage begnügen, verlegte auch Noten und Liedtexte anderer Komponisten und Autoren in seinem Verlag und schrieb Werbetexte. Außerdem gab er seit Ende 1930 das humoristische Wochenblatt Tünnes und Schäl heraus, dem jedoch keine lange Lebensdauer beschert war, es wurde 1931 wieder eingestellt. 1934 trat Ostermann der NSDAP bei, der er bis zu seinem Tode 1936 angehörte. Durch die Gleichschaltung der Unterhaltungsindustrie im Rahmen der nationalsozialistischen Organisation KdF konnte er sich mit seinem Parteibeitritt eine sichere Arbeitsgrundlage im Rahmen der Freizeit- und Vergnügungsreisen dieser Organisation sichern. So soll er als Unterhaltungskünstler auf den KdF-Urlaubsfahrten mit dem Schiff Wilhelm Gustloff nach Madeira engagiert worden sein (zweifelhaft, da die Wilhelm Gustloff erst im Mai 1937 ihren Stapellauf hatte) – worüber er auch Gedichte und ein Lied verfasst haben soll. Der Anekdote nach kommentierte er seine Parteizugehörigkeit gegenüber einem mit ihm befreundeten jüdischen Kölner Bürger, der ihn auf sein Parteiabzeichen ansprach: „Wat? Do jetz och?“ („Wie? Du [trägst dieses Zeichen] jetzt auch?“) mit den Worten „Jo, sull ich mer dann wäje dir do ene Matzen ahnsteche?“ („Ja, soll ich mir denn deinetwegen dort einen Matzen anstecken?“)
In den 30er Jahren war Willi Ostermann wieder zu zahlreichen Gastspielen unterwegs; sein letztes Gastspiel gab er 1936 in Bad Neuenahr, wo er den Auftritt verkürzen musste und im direkten Anschluss nach Köln in eine Klinik eingeliefert wurde. Nach einer schweren Magenoperation lag er noch zwei Monate im Krankenhaus und schrieb in einer Phase der Besserung sein letztes Lied Heimweh nach Köln, besser bekannt unter der Liedzeile Ich mööch zo Foß noh Kölle gonn (Ich möchte zu Fuß nach Köln gehen).
Am 6. August 1936 starb Ostermann im Krankenhaus. 
Seit 2007 sind die Werke Ostermanns gemeinfrei und werden von der Kölner Musikgruppe De Kallendresser nach und nach der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Aus dem gleichen Anlass hat die Willi Ostermann Gesellschaft Köln 1967 e.V. im selben Jahr die CD „Ostermann op classic“ mit den Kölner Musikern Ferdinand Hoffmann und Thomas Forschbach veröffentlicht.
Zu Ehren von Willi Ostermann wurde 1967 die Willi-Ostermann-Medaille gestiftet. Sie ist die höchste Auszeichnung des Kölner Karnevals und wird seitdem in unregelmäßigen Abständen für besondere Verdienste um das Kölner Lied verliehen. Geehrt werden Persönlichkeiten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das kölsche Brauchtum und Liedgut zu pflegen. Die Verleihung findet in der Regel anlässlich der Prinzenproklamation des Kölner Dreigestirns statt.
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